Kick Launches New Chat Visibility Tool to Expose Alleged Viewbotting
Kick hat eine neue Funktion auf seiner Livestream-Seite veröffentlicht, mit der Nutzer die aktive Chat-Beteiligung einzelner Streamer sichtbar machen sollen. Kritiker sehen darin vor allem ein Mittel, um mutmaßliche Viewbot-Nutzung stärker in den Fokus zu rücken – denn in den ersten Vergleichen fielen bei großen Kanälen teilweise extrem niedrige Chatwerte trotz hoher Zuschauerzahlen auf.
Release timing und Verfügbarkeit: neues Kick-Tool für aktive Chatter
| Plattform | Status | Datum/Zeitrahmen | Was Nutzer sehen |
|---|---|---|---|
| Kick | Neu verfügbar | Kurz nach Veröffentlichung der Chatlisten | Chatliste zur Einordnung nach Rollen (Moderatoren, VIPs, Chat-Bots für automatische Chat-Befehle, OGs sowie reguläre Chatter) und die Zahl aktiver Chatter |
Das Feature auf Kick.com teilt die Chat-Teilnehmer in mehrere Kategorien: Moderatoren, VIPs, OGs (treue bzw. langjährige Zuschauer), reguläre Chatter sowie „Chat-Bots“ für automatische Chat-Kommandos. Es soll außerdem zuvor entwickelte technische Maßnahmen ergänzen, die das Werbe-Interesse von Viewbottern reduzieren sollen.
Was das neue Tool aufdeckt: extrem wenig aktive Chatter bei sehr vielen Zuschauern
Unmittelbar nach dem Rollout haben Kick-Nutzer die Chatlisten großer Streamer direkt miteinander verglichen. Dabei zeigte sich laut den ersten Auswertungen ein auffälliges Muster: Bei Streamern mit rund 12.000 Zuschauern wurden weniger als 200 aktive Chatter angezeigt.
- Das kann Zuschauerzahlen verfälschen und Streamer dadurch populärer erscheinen lassen als sie tatsächlich sind.
- Das soll Werbekunden in die Irre führen und die Attraktivität für Sponsoren steigern.
- So könnten auch kleinere oder mittelgroße Streamer eher dazu verleitet werden, Viewbots zu kaufen, wenn die „großen“ Kanäle künstlich wachsen.
Selbst unter der Annahme, dass viele Zuschauer nur zuschauen („Lurker“) und nicht chatten, wirkt die Abweichung in den gemeldeten Fällen besonders stark: Ein Streamer mit etwa 5.500 Zuschauern kam auf 51 aktive Chatter, während ein anderer mit rund 6.000 Zuschauern quasi keine aktiven Chatter zeigte.
Auswirkungen auf die Community und Einordnung: mehr Sichtbarkeit, aber kein Grundproblem-Stop
Je mehr Kick-Nutzer das neue Tool prüfen, desto mehr mutmaßliche Viewbot-Kanäle sollen in den Chatlisten sichtbar werden. Für Streamer ohne Viewbot-Nutzung und mit bislang geringer Zuschauerzahl könnte das im Vergleich zu den „großen“ Kanälen bedeuten, dass sie vermutlich nicht so klein sind, wie sie selbst annehmen.
Ein weiterer Punkt: Ein Bericht von Streamcharts aus dem Jahr 2025 beziffert für das zweite Quartal 2025 insgesamt rund 20 Millionen Zuschauerstunden auf Kick, die durch Bots entstanden sein sollen. Das neue Kick-Feature wird damit zwar vor allem die auffälligsten Fälle stärker sichtbar machen, das Gesamtproblem aber nicht grundsätzlich lösen.
Twitch bleibt vorerst ohne eindeutige Lösung
Auch Twitch.tv habe laut den vorliegenden Angaben noch keine „handfeste“ Lösung gegen das Viewbot-Problem gefunden. Zusätzlich wird beschrieben, dass Viewbotting auf Twitch nicht konsequent unterbunden werde: Es soll sogar von Managern großer Streamer empfohlen werden, und in der Szene würden Streamer offen über „die besten Viewbots“ für ihren Kanal sprechen.
Immerhin: Auf Twitch gab es Ende Juli des Vorjahres neue Tools, durch die die Zuschauerzahlen nach einem „Purge“ (Bereinigung) vorübergehend zurückgegangen sein sollen. Für Wiederholungstäter soll außerdem eine Zuschauerobergrenze eingeführt worden sein, um Viewbot-Nutzung unattraktiver zu machen.
Für Spieler und Stream-Community bedeutet das neue Kick-Tool vor allem eins: mehr Transparenz über aktive Chat-Beteiligung – und damit ein zusätzliches Indiz, um Diskrepanzen zwischen angezeigten Zuschauerzahlen und realer Interaktion zu erkennen. Ob und wie schnell Plattformen wie Kick und Twitch das Viewbotting künftig wirksam eindämmen können, bleibt jedoch offen.
