Sony’s PS Store ‘Sony Tax’ Lawsuits Mount as PS Discs End in 2028

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Sony hat offiziell angekündigt, dass neue PlayStation-Spiele ab Januar 2028 nicht mehr auf Disc gepresst werden. Während die Community das als nächsten Schritt Richtung digitaler Preis- und Marktkontrolle kritisiert, verschärft sich parallel der juristische Druck: Seit Jahren laufen Verfahren in mehreren Ländern gegen die Ausgestaltung des PS Store, die von Klägern als „Sony-Steuer“ bezeichnet wird.

Disc-Aus ab Januar 2028 trifft auf wachsende Rechtskonflikte

Am 1. Juli erklärte Sony, dass ab Januar 2028 keine neuen PlayStation-Titel mehr auf physischen Datenträgern erscheinen sollen. Als Begründung verweist der Konzern auf die steigenden Digitalquoten im Kaufverhalten. In Teilen der Spielerschaft führte die Ankündigung jedoch zu deutlicher Kritik – zumal ein Schlüsselaspekt bereits seit 2019 existiert: Seitdem hat Sony den Verkauf digitaler Download-Codes im Einzelhandel gestoppt.

Damit gibt es für digitale PS4- und PS5-Spiele praktisch nur noch eine Bezugsquelle: den PS Store. Gegner sehen darin ein geschlossenes System ohne echte Konkurrenz durch digitale Drittanbieter. Für jeden Verkauf im PS Store nimmt Sony eine Provision von 30 Prozent, die in Klagen und Berichten häufig als „Sony-Steuer“ zusammengefasst wird.

  • Geplantes Disc-Ende: Januar 2028 (für neue PlayStation-Spiele)
  • Provision im PS Store: 30 Prozent
  • Einzelhandel-Stop für Download-Codes: seit 2019

„Sony-Steuer“ und Monopol-Vorwürfe: Verfahren in fünf Ländern

Die rechtlichen Auseinandersetzungen richten sich nach dem gleichen Muster: Der Vorwurf lautet, Sony nutze seine Plattformstellung aus, um Spieler in der Preisgestaltung stärker an den eigenen Store zu binden. Kritiker argumentieren zudem, dass physische Discs früher als indirektes Korrektiv wirkten, etwa durch Händlerangebote, Rabatte, Gebrauchtkäufe oder Leihen. Genau dieses „Korrektiv“ soll mit dem Disc-Aus ab 2028 jedoch entfallen.

USA: Sammelklage und Vergleich über 7,85 Millionen US-Dollar

In den Vereinigten Staaten lief eine Pionier-Sammelklage mit dem Fokus auf den Stopp der digitalen Download-Codes. Laut den Anwälten belegten Preisdaten, dass digitale Titel im PS Store im Schnitt 74 Prozent teurer gewesen seien als physische Versionen bei Händlern wie Amazon oder Best Buy. Der langjährige Rechtsstreit endete in einem Vergleich über 7,85 Millionen US-Dollar, mit dem betroffene US-Kunden entschädigt werden.

Großbritannien: „PlayStation You Owe Us“ – Entscheidung noch 2024 erwartet

Im Vereinigten Königreich haben Verbrauchervertreter um Alex Neill gemeinsam mit Milberg London eine große Sammelklage beim Competition Appeal Tribunal eingereicht. Die Klage wirft Sony vor, die eigene Vormachtstellung auszunutzen und Spieler wegen der 30-Prozent-Provision unnötig hohen Preisen auszusetzen. Das Verfahren ist bereits weit vorangeschritten; eine Entscheidung wird noch in diesem Jahr erwartet.

Niederlande: Forderung von rund 500 Millionen Euro und Fokus auf den Gebrauchtmarkt

In den Niederlanden fordert eine Stiftung, Stichting Massaschade & Consument, eine Entschädigung von etwa 500 Millionen Euro. Besonders im Blick steht dabei die Befürchtung, dass ohne Discs der Gebrauchtmarkt endgültig aussterbe – und Sony dadurch die absolute Preiskontrolle erlange. Der Fall soll voraussichtlich 2027 in eine entscheidende Phase gehen.

Portugal: Wettbewerbsvorstoß gegen Monopolnutzung auf PS4 und PS5

Auch in Portugal hat eine Verbraucherschutzorganisation beim nationalen Wettbewerbsgericht geklagt. Die Argumentation folgt dem europäischen Muster: Sony missbrauche seine Monopolstellung auf PS4 und PS5, indem Entwicklern sowie Spielern keine Alternativen zum PS Store offenstünden. Das Verfahren läuft nach wie vor.

Mexiko: Politische Beschwerde direkt nach Sonys Disc-Ankündigung

In Mexiko legten kurz nach der Sony-Ankündigung die Abgeordnete Iraís Reyes und der Senator Luis Donaldo Colosio Beschwerde bei der nationalen Kartellkommission ein. Diese Klage wird als einzige beschrieben, die politischen Rückenwind nutzt und das Disc-Aus als zentrales Argument setzt. Die Politiker warnen davor, dass Sony ohne Discs gleichzeitig Schiedsrichter und Spieler im eigenen Ökosystem würde – mit Folgen für faire Preise und den Gebrauchtmarkt.

Sonys Verteidigung: Globaler Wettbewerb statt PS-Ökosystem als relevanter Markt

Sony weist die Vorwürfe in den laufenden Verfahren zurück. Die Verteidigung stützt sich im Kern auf zwei Argumentationslinien:

Erstens: Der „relevante Markt“ sei nicht das eigene PlayStation-Ökosystem, sondern der globale Markt für Videospiele insgesamt. Dort stehe Sony im Wettbewerb mit unter anderem Microsoft, Nintendo, Valve (Steam) sowie dem Mobile-Sektor.

Zweitens: Als Plattformbetreiber habe Sony das Recht, die Vertriebswege für die eigene Hardware selbst festzulegen. Daraus folge nicht automatisch ein Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung.

Juristen sehen jedoch wachsende Zweifel, vor allem weil ab Januar 2028 die physische Ausweichmöglichkeit über Discs für Spieler komplett wegfallen soll. Marktweit gilt zudem das erwartete Urteil der britischen Wettbewerbsbehörde als besonders richtungsweisend.

Was als Nächstes zählt

Der nächste große Taktgeber ist die erwartete Entscheidung in Großbritannien noch in diesem Jahr. Danach dürfte die Frage, wie Gerichte die Kombination aus PS-Store-Abhängigkeit und dem Wegfall des physischen Korrektivs ab Januar 2028 bewerten, stärker in den Vordergrund rücken – insbesondere in Fällen, die explizit den Gebrauchtmarkt als zentralen Punkt nennen.