DIY Solar Eclipse Eye Protection Tips for the Aug. 12, 2026 Partial Eclipse in Germany
Am Abend des 12. August 2026 kommt es in Deutschland zu einer partiellen Sonnenfinsternis: Der Mond verdeckt die Sonne gegen etwa 19:00 Uhr teilweise. Je nach Region können dabei bis zu rund 90 Prozent der Sonnenscheibe bedeckt sein. Doch auch wenn das Ereignis in die Zeit des Sonnenuntergangs fällt, bleibt der Blick in die Sonne ohne geeigneten Schutz gefährlich – sichtbares Licht und Infrarotstrahlung treffen in hoher Intensität die Netzhaut.
Warum normale Sonnenbrillen nicht reichen
Die Beobachtung erfordert zwingend geeignete Schutzmaßnahmen, weil Netzhautschäden nicht zwingend sofort schmerzen. Wer erst merkt, dass etwas nicht stimmt, ist laut Behördentext möglicherweise schon zu spät: Schäden am Sehvermögen seien dann vorhanden und würden nicht wieder heilen.
- Geräte und Filter müssen für den direkten Blick in die Sonne ausgelegt sein.
- Normale Sonnenbrillen gelten als nicht ausreichend – selbst wenn sie sehr dunkel wirken.
- Auch „Improvisationen“ sind kein verlässlicher Schutz.
Schutzbrillen kurzfristig schwer – sichere DIY-Alternative
Kurzfristig passende Sonnenfinsternisbrillen zu bekommen kann schwierig sein; selbst bei großen Onlinehändlern sei zum genannten Zeitpunkt offenbar kein Exemplar schnell verfügbar gewesen. Als sichere Alternative nennt das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) eine indirekte Beobachtung per Lochkamera: Dabei wird nicht direkt in die Sonne geschaut. Stattdessen entsteht ein Abbild der Sonnensichel auf einer Projektionsfläche.
Das BfS empfiehlt diese indirekte Methode besonders für Kinder, um die Versuchung zu minimieren, doch schnell zur Sonne hochzuschauen.
Was ist eine Lochkamera – und wie funktioniert sie?
- Ein lichtdichter Karton oder eine lichtdichte Röhre.
- Ein sehr kleines Loch auf der einen Seite.
- Eine matte Projektionsfläche auf der anderen Seite, auf der das Bild erscheint.
So baust du eine Lochkamera in wenigen Minuten
Das BfS beschreibt zwei schnelle Varianten, die sich mit einfachen Haushaltsmitteln umsetzen lassen. In beiden Fällen gilt: Die Lochkamera soll nicht „direkt“ in die Sonne gehalten werden, als wäre es eine Schutzbrille – das Prinzip ist die Projektion des Bildes.
Variante 1: Lochkamera aus Chipsdose
- Chipsrolle
- Klebeband
- Stecknadel
- Nagel
- Messer
- Schere
- Butterbrotpapier
- Radierer
- Stifte
- Geodreieck
- Das untere Ende der Chipsrolle bei etwa fünf Zentimetern abschneiden.
- Die Rolle auf Butterbrotpapier legen, mit dem Stift umranden und anschließend einen Kreis mit kleinem Rand ausschneiden.
- Den Butterbrotpapier-Kreis auf die Chipsrolle legen und die Rolle mit dem milchig-transparenten Kunststoffdeckel der Chipsrolle verschließen.
- Das abgeschnittene untere Stück auf den Kunststoffdeckel setzen, sodass das Ende mit dem Boden nach oben zeigt; beide Teile mit Klebeband verbinden.
- Mit der Stecknadel ein kleines Loch in die Mitte stechen und das Loch bei Bedarf mit dem Nagel leicht vergrößern.
Das Ergebnis: Auf der Projektionsfläche zeichnet sich die Sonnensichel ab. Am besten folgt man der vom BfS bereitgestellten Video-Bastelanleitung.
Variante 2: Lochkamera aus Karton und Butterbrotpapier
- Durchscheinendes Butterbrotpapier
- Karton
- Klebeband
- Schere
- Cuttermesser
- Lineal
- Schlitze und Löcher im zusammengefalteten Karton so überkleben, dass das Innere lichtdicht ist.
- Ein Fenster in eine Seite des Kartons schneiden, mit etwas Abstand zum Rand.
- Das Fenster mit Butterbrotpapier abdecken und festkleben.
- Auf der Rückseite des Fensters möglichst mittig ein kleines Loch bohren.
Danach kann man das kleine Loch zur Sonne ausrichten und die Sonnenfinsternis über das projizierte Bild verfolgen.
Wenn du doch eine Brille nutzt: Darauf muss sie geprüft sein
Solltest du noch Sonnenfinsternisbrillen auftreiben können, empfiehlt das BfS nur geprüfte Modelle für den direkten Blick in die Sonne. Entscheidend ist, dass die Filter mindestens eine optische Dichte von 5 haben – dabei lässt der Filter nur etwa maximal 0,001 Prozent des Sonnenlichts durch.
Checkliste laut BfS
- Kennzeichnung für den direkten Blick: EU-Norm DIN EN ISO 12312-2:2015.
- CE-Symbol vorhanden.
- Benutzungs- und Warnhinweise im Lieferumfang.
- Filterfolie ohne Kratzer, Löcher, Risse sowie ohne Ablösungen am Übergang zur Pappe; beschädigte Brillen dürfen nicht verwendet werden.
- Gute Schutzbrillen haben extrabreite Bügel und liegen dicht am Gesicht, um Streulicht zu reduzieren.
Wovon du die Finger lassen solltest
- Selbstgebastelte Filterlösungen wie rußgeschwärzte Gläser, alte schwarze Filmstreifen, CDs oder ähnliche Improvisationen.
- Normale Sonnenbrillen, selbst wenn sie dunkel wirken.
- Beobachtung mit Ferngläsern, Kameras oder Teleskopen ohne geeignete, vor der Optik montierte Filter – weil diese das Licht bündeln und die Strahlung stark verstärken.
Für die sichere Beobachtung bleibt damit die klare Wahl: entweder eine korrekt geprüfte Sonnenfinsternisbrille oder die indirekte Projektion mit einer Lochkamera.
