Uncharted Creator Explains Why He’s Against Drake’s Fortune Remakes
Gerüchte über ein Remake von „Uncharted: Drake’s Fortune“ (in Deutschland als „Uncharted: Drakes Schicksal“ bekannt) sind in den vergangenen Monaten immer wieder aufgetaucht – zuletzt sogar mit der Behauptung, das Projekt sei tatsächlich in Entwicklung gewesen, Sony habe es jedoch wegen des Umfangs einer modernen Überarbeitung wieder abgebrochen. Während Sony und Naughty Dog zu solchen Plänen bislang keine Stellung bezogen, hat ein langjähriger Naughty-Dog-Entwickler nun aus seiner Sicht erklärt, warum er Neuauflagen der ursprünglichen „Uncharted“-Trilogie für wenig sinnvoll hält.
Michael Kemp, Moderator des „Sacred Symbols“-Podcasts, hatte Ende Juni berichtet, ein Remake des ersten großen Nathan-Drake-Abenteuers befinde sich demnach in Arbeit. Laut der Darstellung sei Sony jedoch zu dem Schluss gekommen, dass ein modernes Remake den PS3-Klassiker zu stark umkrempeln würde, weshalb das Projekt gestrichen worden sein soll. Unabhängig von dieser Einordnung sprach nun Benson Russell, der als Game Designer an den ersten drei „Uncharted“-Teilen sowie an „The Last of Us“ mitgearbeitet hat, über mögliche Neuauflagen der Originalreihe und widersprach dabei der Idee, bestehende Spiele einfach zu remastern oder neu aufzulegen.
Russells Hauptargument lautet, dass die ursprüngliche Trilogie bereits heute auf aktuellen Konsolen spielbar ist. Mit „Uncharted: The Nathan Drake Collection“ existiere eine Version, die das Erlebnis auf Plattformen wie PS4 und PS5 bereitstellt. Für ihn stellt sich deshalb die Frage nach dem Mehrwert: Wenn ein Spieler die Reihe in einer modernen Fassung bereits nutzen kann, warum sollte man dann das Spiel zusätzlich remastern oder komplett neu machen?
Der Designer ging außerdem auf den Vorschlag ein, das erste Spiel für ein Remake langsamer und emotionaler zu gestalten – in Richtung der modernisierten Inszenierung anderer Naughty-Dog-Titel. Russell hält das jedoch für einen Richtungswechsel, der den Charakter des Spiels grundlegend verändern würde. Seiner Ansicht nach müsste man dafür nicht nur einzelne Abschnitte überarbeiten, sondern die komplette Geschichte neu schreiben, um sie „besser“ zu machen. Dadurch würden sich nicht nur Szenen und Ausführung ändern, sondern auch der Kern dessen, worum es im ersten Teil geht.
Er betonte dabei, dass ein solches Vorgehen zwangsläufig an mehreren Stellen Eingriffe bedeuten würde: Entweder müsste man viele der bestehenden Szenen hinzufügen oder andere weglassen, und zentrale Schlüsselmomente müssten sich ebenfalls neu gestalten, falls sie nicht mehr zur überarbeiteten Erzählung passen. Für Russell ist genau dieser Aufwand der Grund, warum er ein Remake als wenig zielführend ansieht.
Gleichzeitig machte Russell klar, dass er nicht nur bei „Uncharted“ skeptisch wäre. Er äußerte sich ähnlich auch zu möglichen Remakes oder überarbeiteten Neuveröffentlichungen von „The Last of Us“. Obwohl sich Naughty Dog dort ebenfalls für überarbeitete Versionen entschieden habe, würde er stattdessen lieber sehen, dass der „Geist“ der Reihe aufgegriffen wird, aber mit einem neuen Spiel in einer früheren Ära. Auf diese Weise könnten Fans seiner Ansicht nach zurück zu den Ursprüngen geführt werden und trotzdem etwas Neues bekommen.
Unbestätigten Berichten zufolge soll ein neues „Uncharted“ bereits seit einer Weile in Entwicklung sein. Offizielle Informationen gibt es dazu derzeit allerdings nicht. Bis dahin bleibt es vorerst bei Gerüchten über mögliche Projekte – während Russells Einschätzung zeigt, dass aus Entwicklerperspektive der Nutzen einer Neuauflage der Originaltrilogie keineswegs als selbstverständlich gilt.
