Borderlands’ comic redesign: Gearbox reportedly spent $50M to save launch

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Borderlands wurde nicht wegen eines Zufalls zum Comic-Serienhit: Eine späte Design-Entscheidung hat das gesamte Spiel praktisch von Grund auf umgekrempelt. Was 2007/2008 noch wie ein düsterer Sci‑Fi-Wüsten-Shooter mit realistischem Look wirkte, wurde rechtzeitig vor dem Launch in den lebendigen Comic-Stil gedreht – und kostete Berichten zufolge 50 Millionen US‑Dollar sowie ein weiteres Jahr Entwicklung.

Vom realistischen Wüsten-Shooter zum Comic-Look

Als Borderlands erstmals auf der Leipziger Games Convention und später auf der E3 vorgestellt wurde, präsentierte sich das Projekt deutlich anders als das, was Spieler heute kennen. Der Shooter wurde damals als Mischung aus Diablo und Mad Max beschrieben: schnelle Gefechte in staubigen Wüsten, Fahrzeugkämpfe und viel „Bumms“. Statt eines bunten Cell-Shading-Stils setzte man jedoch auf einen fast schon nüchternen Realismus – mit realistischen Modellen und gedeckteren Farben.

Genau dieser Kontrast soll nicht zusammengepasst haben: Spielerfiguren seien meterweit durch die Luft geschleudert worden, Gegner hätten bei Beschuss explodiert. Gleichzeitig passte der „Bodenständigkeit“-Look offenbar zu wenig zu diesen überdrehten Effekten.

Zusätzlich wuchs das Risiko, weil die damalige Postapokalypse-Inszenierung im Markt stark durch Braun- und Tristönen geprägt war. Spiele wie das angekündigte Rage sowie Fallout 3 hätten das Setting bereits umfassend in dieser Richtung etabliert.

Die Umstellung: Zeichnungen, Umsetzung – und ein kritischer Moment

Gearboxs Art-Team arbeitete daraufhin an neuen Entwürfen. Trotz enger Deadlines stellte das Team die Idee in 3D dar, und Gearbox-Chef Randy Pitchford brachte die Version in ein Gespräch. Er soll zu diesem Zeitpunkt zunächst gezögert haben und sich später daran erinnert haben, dass er schon mit der Möglichkeit gerechnet habe, das Vorhaben wieder abblasen zu müssen.

Der entscheidende Schritt fiel dennoch anders aus: Pitchford gab dem neuen Look die Chance, weil er in der Besprechung offenbar genau das Gefühl hatte, das Design „stimmt einfach“.

50 Millionen US-Dollar, neue Inhalte und ein zusätzliches Jahr

Pitchford musste anschließend auch den Publisher 2K von der Umstellung überzeugen – obwohl der Zeitplan ohnehin unter Druck stand. Laut Aussagen von Strauss Zelnick (CEO von Take‑Two, zu der 2K gehört) habe dieser Schritt für ihn selbst ebenfalls nicht leicht gewirkt; niemand in der Branche hätte so gehandelt.

Finanziell schlug die komplette Neuausrichtung laut den Angaben besonders stark durch: Der Umbau habe insgesamt 50 Millionen US‑Dollar gekostet und die Entwicklungszeit um ein Jahr verlängert.

Was in der Umbauphase zusätzlich entstand

  • Das gesamte Spiel wurde innerhalb weniger Monate praktisch neu aufgebaut.
  • Es wurden neue Charaktere erschaffen.
  • Erst in dieser Phase wurde Brick als vierter Kammerjäger hinzugefügt.
  • Auch Claptrap, das später bekannte Maskottchen, kam erst in dieser Entwicklungszeit dazu.
  • Die ikonischen Psychos tauschten ihre „langweiligen“ Atemschutzmasken und Schutzbrillen gegen Masken aus, die sich von Fetisch-Masken inspirieren ließen.

Warum der neue Stil am Ende entscheidend war

Mit dem Wechsel zu einem „verspielteren“ Erscheinungsbild soll sich auch der Ton von Borderlands deutlich in Richtung Humor verschoben haben. Zelnick wird dabei so zitiert, dass Borderlands ohne diese Entscheidung kein Hit geworden wäre.