Mortal Shell 2 Hands-On on PC Ahead of August 20 Release from Cold Symmetry
Mortal Shell 2 geht am 20. August 2026 offiziell an den Start, und vor dem Release konnten Tester bereits die PC-Version anspielen. Das Sequel von Cold Symmetry stellt dabei nicht nur den Einstieg in eine neue Geschichte in den Mittelpunkt, sondern dreht auch an zentralen Stellschrauben: schnelleres Dark-Fantasy-Gameplay, ein anderes Kampftempo und ein größerer Fokus auf Action – mit einigen spürbaren Schwächen bei Balance und Technik.
Background: Eigenständige Fortsetzung mit neuer Hauptrolle
Auch ohne den Vorgänger gespielt zu haben, startet Mortal Shell 2 als eigenständige Fortsetzung. Die Handlung folgt dem „Vorbote“, der die Körper gefallener Krieger übernehmen kann. Spieler wechseln damit die sogenannten Hüllen und profitieren jeweils von unterschiedlichen spielerischen Vorteilen.
Die Reise führt durch eine verwüstete Welt, in der es darum geht, falsche Gottheiten zu entthronen. Dabei führt der Weg durch verbotene Wälder, verfallene Ruinen früher beeindruckender Bauwerke und durch verschlungene Bergpässe. In der Spielwelt sind außerdem Eier verteilt, die einst dem Undermether gehörten: Um sie zu bekommen, müssen die jeweiligen Wächter besiegt werden.
Was ist neu und was wurde geändert?
- Story-Tempo und Umfang: Für einen vollständigen Story-Durchlauf werden 20 bis 30 Stunden genannt. Die tatsächliche Spieldauer hängt stark davon ab, wie effizient Kämpfe mit kleineren Gegnern und Duelle gegen Bosse gemeistert werden und wie gründlich abseits des direkten Weges erkundet wird.
- Keine Ausdauerleiste: Im Gegensatz zu vielen Soulslike verzichtet Mortal Shell 2 auf eine Ausdaueranzeige. Dadurch lassen sich Angriffe, Ausweichen und Blocken ohne Konditionsdruck häufiger einsetzen.
- Hüllen mit klarer Identität: Insgesamt stehen acht Hüllen zur Verfügung, die sich trotz gleichbleibender Grundsteuerung deutlich unterscheiden. Beispiele aus dem getesteten Build: Eine Hülle kann sich kurzzeitig unsichtbar machen, eine andere zieht Gegner mit einem Greifhaken an sich oder zieht sich selbst zu einem Ziel.
- Stärken, Bindung und Upgrades: Die spielerischen Schwerpunkte der Hüllen lassen sich nicht einfach austauschen, aber verbessern. Zusätzlich soll das Binden an eine Hülle mehr Hintergrunddetails über ihre Vergangenheit freischalten. Die eigentliche Spielfigur verbessert man über Seelen, die durch besiegte Gegner gewonnen werden. Das weitere Tuning erfolgt über Buffs von Tarsteinen, die in der Welt gefunden und ausgerüstet werden.
- Bruchleisten und Finisher: Jede Gegnerart besitzt eine eigene „Bruchleiste“. Nach dem vollständigen Füllen – etwa durch perfekte Paraden oder Treffer mit einer Spezialfähigkeit – wird ein brutaler Finisher möglich, der einen großen Teil der Lebensenergie reduziert.
- Verhärten als Siegel: Die frühere „Verhärten“-Mechanik spielt im Sequel eine andere Rolle: Der Vorbote muss die Fähigkeit erst finden und dann als Siegel ausrüsten. Siegel funktionieren als zusätzliche Ausrüstungsgegenstände, um das Spielgefühl an den eigenen Stil anzupassen.
- Mehr Erkundung durch Open World: Items wie Siegel, Steine und Waffen werden nicht einfach geschenkt, sondern liegen in der Welt – samt Ressourcen für Waffenupgrades. Im Vergleich zum ersten Teil ist die Welt deutlich weitläufiger und die neue Open-World soll Entdecker belohnen. Allerdings müssen verschiedene Areale im Spielverlauf erst freigeschaltet werden.
- Bossdesign mit Abwechslung – aber nicht überall gleich stark: Die Story-Bosse hinterlassen im Test besonders guten Eindruck: ungewöhnliche Angriffsmuster, auffällige Designs und teils überraschende Wendungen. Abseits der Hauptroute gefundene Bossgegner wirkten dagegen etwas schwächer.
Kampfsystem: mehr Wucht, stärkerer Action-Fokus
Im Combat-Teil hebt sich Mortal Shell 2 vor allem durch die spürbare Dynamik ab. Im Test wird betont, dass Angriffe „wuchtig“ wirken – von Nahkampf-Hieben über Axtschläge bis hin zu Waffen wie Shotgun oder Armbrust.
Wichtig dabei: Die Schusswaffen verbrauchen dieselbe Spezialenergie wie die Talente der Hüllen. Dadurch wird der Einsatz taktischer, statt beliebig. Insgesamt richtet das Spiel den Fokus klar stärker auf Action als auf klassische Rollenspielanteile.
Open-World-Erkundung und Atmosphäre
Die Umstellung hin zu einer Open-World funktionierte im Test größtenteils gut. Neben versteckten Orten und kleineren Dungeons gab es auch Events in der Spielwelt, die das Setting glaubwürdig und lebendig wirken lassen. Der Test vermeidet dabei Details, stellt aber klar heraus: Umsehen lohnt sich.
Optisch wird das Gesamtbild als stimmig beschrieben. Monsterdesigns seien grotesk und die Areale eher detailreich. Ein Kritikpunkt betrifft optionale Dungeons in der Open-World: Sie ähneln sich optisch teils stark, und durch die Menge ermüdeten sie mit der Zeit. Dafür werden Musik und Sounddesign ausdrücklich gelobt.
Probleme: Balance, lange Wege und technische Aussetzer
Trotz der vielen positiven Änderungen gab es im Test auch deutliche Frustpunkte. Beim Balancing seien einige Bosse übertrieben stark: Selbst mit gut aufgerüsteter Spielfigur kam es regelmäßig zu Situationen, in denen Spieler fast mit einem Treffer erledigt wurden. Zwar bedeutet ein erneutes Ableben nicht automatisch ein Game Over, weil der Vorbote weiterkämpft und sich nach genügend vergossenem Blut seine Hülle zurückholen kann – dennoch wirkt der Schwierigkeitsgrad in solchen Duellen überzogen.
Zusätzlich wurden die Checkpoints als teilweise sehr weit voneinander entfernt beschrieben. Nach einem virtuellen Ableben entstehen dadurch teils lange Laufwege, was die Herausforderung zwar rechtfertigen kann, aber bei nicht ideal platzierten Speicherpunkten die Spielerfahrung spürbar verschlechtert.
Technisch gab es ebenfalls mehrfach Probleme: Soundfehler, ein Musiktitel, der nach einer Cutscene weiterlief, sowie Grafikfehler. Besonders störend war ein wiederkehrender Effekt, bei dem die Spielfigur nach einem Finisher die Waffe eines Gegners in der Hand behielt und dadurch die Spezialfähigkeit nicht mehr korrekt nutzen konnte. Diese Probleme sollen die dichte Atmosphäre und den Spielfluss spürbar beeinträchtigen.
Fazit im Überblick
Mortal Shell 2 setzt auf schnelle, dynamische Kämpfe ohne Ausdauerleiste, starke Charakterisierung durch acht unterschiedliche Hüllen und ein System aus Bruchleisten und Finishern. Die Open-World soll mehr Entdeckung ermöglichen, während Siegel und die neue Umsetzung der früheren „Verhärten“-Idee das Build-Verhalten weiter anpassen. Gleichzeitig trüben Balance-Spitzen bei einzelnen Bossen, teils ungünstige Checkpoint-Abstände und mehrere technische Aussetzer den Gesamteindruck – besonders in einer Phase, in der die Atmosphäre eigentlich trägt.
