Microsoft Q2 2026 Results: Azure Soars as Xbox and PC Revenue Dip

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Microsoft hat das zweite Quartal seines Geschäftsjahres 2026 mit 90,0 Milliarden US-Dollar Umsatz abgeschlossen – ein Plus von 18 Prozent im Jahresvergleich. Der Wachstumsmotor bleibt die Cloud: Azure und die Intelligent-Cloud-Sparte legten deutlich zu. Gleichzeitig gingen PC- und Xbox-Erlöse zurück, während die KI- und Cloud-Infrastruktur immer stärker auf Investitionen und damit auch auf den Free Cashflow wirkt.

Cloud dominiert die Zahlen – RPO zeigt Tempo für Azure

Die Gesamtentwicklung wird vor allem durch Microsoft Cloud getragen. Der Cloud-Umsatz stieg auf 59,3 Milliarden US-Dollar, das entspricht 27 Prozent Wachstum gegenüber dem Vorjahresquartal. Besonders aussagekräftig ist dabei das Wachstum der kommerziellen verbleibenden Leistungsverpflichtungen (Remaining Performance Obligations, RPO): Diese kletterten um 84 Prozent auf 678 Milliarden US-Dollar. Ohne den Einfluss von OpenAI lag der Anstieg bei 25 Prozent. Microsoft erwartet zudem, dass rund 30 Prozent des gesamten RPO innerhalb der kommenden zwölf Monate als Umsatz realisiert werden.

  • Microsoft Cloud: 59,3 Mrd. US-Dollar Umsatz (+27% yoy)
  • RPO (kommerziell): 678 Mrd. US-Dollar (+84% yoy)
  • Ohne OpenAI-Effekte: RPO-Wachstum +25%
  • Prognose: etwa 30% des RPO sollen in 12 Monaten umsatzwirksam werden

Für Spieler und IT-orientierte Entscheider ist das relevant, weil diese Kennzahlen typischerweise die Grundlage dafür liefern, wie schnell Microsoft zusätzliche Kapazitäten (Rechenzentren, Plattformdienste) auslasten kann – und damit, wie stabil die Liefer- und Preisstrukturen für Cloud-Workloads bleiben.

Azure wächst schnell – aber der Mix drückt kurzfristig auf die Kosten

In der Intelligent-Cloud-Sparte stiegen die Erlöse um 32 Prozent auf 39,3 Milliarden US-Dollar. Azure und weitere Cloud-Dienste wuchsen dabei um 43 Prozent. Microsoft führt die starke Nachfrage auf unterschiedliche Workloads zurück und betont zudem, dass der Azure-Anteil am Konzernmix zunimmt.

Der Preis für dieses Wachstum zeigt sich jedoch in der Kostenstruktur: Die Kosten der Umsätze im Segment legten um 42 Prozent zu. Als Treiber nennt Microsoft insbesondere KI-Infrastruktur sowie eine höhere Nutzung von GitHub Copilot. Dennoch konnte die Sparte operativ zulegen: Das operative Ergebnis stieg um 31 Prozent auf 16,0 Milliarden US-Dollar. Microsoft beschreibt, dass sich Margendruck durch den Azure-Mix und den KI-Ausbau sowie Effizienzgewinne in etwa die Waage hielten.

Für das Ökosystem rund um Azure (Unternehmens-Deployments, Entwickler-Tools, KI-Workflows) bedeutet das: Kurzfristig sind Investitionen sichtbar teurer, aber das Management sieht weiterhin genügend Effizienzhebel, um die Profitabilität nicht einbrechen zu lassen.

Copilot & Microsoft 365: mehr Nutzerwert, 30 Mio. bezahlte Arbeitsplätze

Im Bereich Productivity and Business Processes stieg der Umsatz auf 37,8 Milliarden US-Dollar – ein Plus von 14 Prozent. Das operative Ergebnis wuchs um 15 Prozent auf 21,9 Milliarden US-Dollar. Ein wesentlicher Beitrag kam aus Microsoft 365 Commercial Cloud: Dort stieg der Umsatz um 14 Prozent, bereinigt um einen Sondereffekt aus der Umsatzrealisierung im Vorjahr sogar um 16 Prozent.

Microsoft macht dabei vor allem steigende Umsätze pro Nutzer fest, angetrieben durch höherwertige Angebote. Dazu zählt besonders Microsoft 365 Copilot: Nach Unternehmensangaben hat Copilot die Marke von 30 Millionen bezahlten Arbeitsplätzen überschritten. Zusätzlich stiegen die kommerziellen Microsoft-365-Lizenzen um 6 Prozent, unter anderem durch Angebote für kleine und mittlere Unternehmen sowie für Beschäftigte ohne klassischen Büroarbeitsplatz.

Auch im Consumer-Geschäft lief es: Microsoft 365 Consumer Cloud wuchs um 24 Prozent, die Zahl der Abonnenten um 7 Prozent. LinkedIn legte beim Umsatz um 12 Prozent zu, Dynamics 365 um 13 Prozent. Bei Dynamics verwies Microsoft allerdings auf eine weitere Abschwächung bei den Buchungen.

Für die Gaming- und Tech-Community ist diese Entwicklung insofern relevant, als Copilot und Microsoft 365 vor allem die Produktivitätstools für Entwickler, Studios und Business-Teams beeinflussen – also genau jene Bereiche, die Ressourcen für Content-Produktion, Pipeline-Automatisierung und Tooling bereitstellen.

PC und Xbox schwächeln – KI-Investitionen senken den Free Cashflow

Das Segment More Personal Computing war die einzige rückläufige Einheit. Der Umsatz fiel auf 12,9 Milliarden US-Dollar (minus 4%). Das operative Ergebnis sank um 14 Prozent auf 2,7 Milliarden US-Dollar. Der Rückgang betrifft sowohl Windows OEM und Geräte (minus 7%) als auch das Gesamtumfeld: Microsoft nennt eine schwächere PC-Nachfrage sowie einen hohen Vergleichswert aus dem Vorjahr, als der Support-Endpunkt von Windows 10 die Nachfrage stützte.

Auch Xbox belastete das Segment: Erlöse aus Inhalten und Diensten gingen um 10 Prozent zurück, die Hardware-Umsätze um 13 Prozent. Positiv: Der Umsatz aus Suchwerbung ohne Traffic-Acquisition-Costs (TAC) stieg um 10 Prozent. Zwar verbesserten niedrigere Abschreibungen auf immaterielle Werte aus der Activision-Übernahme die Bruttomarge, doch höhere Forschungs- und Entwicklungsausgaben sowie Xbox-Wertminderungen konnten das nicht vollständig kompensieren.

Parallel steigen die Investitionen für KI- und Cloud-Infrastruktur weiter. Die Investitionsausgaben einschließlich Finanzierungsleasing stiegen im Quartal um 70 Prozent auf 41,0 Milliarden US-Dollar. Etwa zwei Drittel entfielen auf kurzfristigere Vermögenswerte, vor allem CPUs und GPUs. Operativ stieg der Cashflow um 30 Prozent auf 55,4 Milliarden US-Dollar, doch der Free Cashflow fiel wegen der Investitionen um 23 Prozent auf 19,6 Milliarden US-Dollar.

Für die Ergebnisbasis gibt es zudem Sondereffekte: Der ausgewiesene Nettogewinn stieg um 31 Prozent auf 35,8 Milliarden US-Dollar. Treiber war unter anderem ein Gewinn von 3,2 Milliarden US-Dollar aus der Beteiligung an Anthropic. Dagegen wirkten Aufwendungen im Zusammenhang mit dem freiwilligen Vorruhestandsprogramm, Abfindungen sowie Wertminderungen im Xbox-Geschäft. Bereinigt um die Effekte der OpenAI-Investitionen lag der bereinigte Nettogewinn bei 35,3 Milliarden US-Dollar (plus 22%), das bereinigte verwässerte Ergebnis je Aktie bei 4,74 US-Dollar nach 3,86 US-Dollar im Vorjahr.

Ausblick: Azure soll im neuen Geschäftsjahr anziehen

Für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 erwartet Microsoft einen Konzernumsatz zwischen 89,85 und 90,95 Milliarden US-Dollar. Die Intelligent-Cloud-Sparte soll 40,95 bis 41,25 Milliarden US-Dollar beitragen. Für Azure und andere Cloud-Dienste prognostiziert Microsoft währungsbereinigt rund 45 Prozent Wachstum. Die operative Marge soll im Jahresvergleich ungefähr stabil bleiben.

Für das Kalenderjahr 2026 hält Microsoft an Investitionsausgaben von rund 175 Milliarden US-Dollar fest. Für das gesamte Geschäftsjahr 2027 erwartet der Konzern Umsatzwachstum in zweistelligen Prozentbereichen, steigende Investitionen und einen positiven Free Cashflow.