Sony to Halt PS5 Disc Production in 2028, Following Microsoft’s Digital Shift
Sony hat angekündigt, die Fertigung eigener Disc-Versionen neuer Spiele ab Anfang 2028 zu stoppen. Der Schritt wird als weiterer Meilenstein in einem Markt gesehen, in dem digitale Verkäufe für Publisher zunehmend den größeren Anteil der Einnahmen ausmachen – während die Diskussionen in der Branche teils hitzig ausfallen, zu konkreten Produktionsdetails aber weiterhin wenig offiziell verlautet.
Release-Watch: Was sich ab 2028 ändert – und ab wann Spieler betroffen sein könnten
Mit der Sony-Entscheidung steht vor allem die Frage im Raum, wie sich der Übergang auf kommende Veröffentlichungen auswirkt: Disc-Fassungen neuer Spiele dürften ab dem genannten Zeitraum deutlich weniger (oder gar nicht mehr) durch Sony-eigene Fertigung entstehen. Während die Ankündigung den Zeithorizont für neue Disc-Produktion betrifft, bleibt unklar, wie sich das im Detail auf einzelne Publisher, Plattformen und Veröffentlichungspfade auswirkt.
| Bereich | Status | Zeitrahmen |
|---|---|---|
| Sony-eigene Disc-Fertigung neuer Spiele | Produktion eigener Disc-Versionen soll eingestellt werden | ab Anfang 2028 |
| Xbox-Discs (Fertigung über Drittanbieter) | Produktion läuft über externe Partner; technische Blu-ray-Lizenzen erforderlich | kein konkretes neues Datum genannt |
Warum die Disc-Produktion im Detail so schwer zu bekommen ist
Ein Bericht hat die Hintergründe der Disc-Fertigung beleuchtet, indem bei verschiedenen Unternehmen nachgefragt wurde. Ergebnis: Obwohl seit Jahren kontinuierlich physische Datenträger produziert werden, wollten die Gesprächspartner die Abläufe nicht öffentlich kommentieren. Weder Sony noch Microsoft äußerten sich zu den konkreten Angaben. Der Journalist schildert, dass es zunächst keine offizielle Bestätigung gab, selbst nachdem eine Liste mit beschriebenen Schritten zur Prüfung vorgelegt wurde.
Trotz des Schweigens konnten die Quellen dennoch den generellen Weg einer Disc skizzieren: Zuerst entscheidet der Publisher, ob überhaupt eine physische Version angeboten wird. Danach folgt ein Vertrag, in dem der Publisher Verantwortung für den Lagerbestand übernimmt. Weitere Punkte betreffen die Zertifizierung sowie die Festlegung von Cover-Motiv und Disc-Größe.
Kosten der Disc-Entscheidung: Rund 15 Prozent des empfohlenen Verkaufspreises
Für die Grundkosten der Disc-Produktion nennt der Bericht eine Größenordnung von etwa 15 Prozent des empfohlenen Verkaufspreises. Bei einem Spiel für 70 US-Dollar entspräche das gut zehn US-Dollar, die allein mit der Entscheidung für die Disc verbunden sind. Eine detaillierte Aufschlüsselung wird zwar nicht geliefert, solche Kosten basieren üblicherweise nicht nur auf der reinen Herstellung, sondern auch auf Konzept, Logistik, Verwaltung und weiteren Posten.
Je größer der Umfang des Titels oder je mehr Datenträger nötig sind, desto stärker kann der Betrag steigen. Genau das wird als eine mögliche Erklärung dafür gesehen, warum viele Spiele nach dem Einlegen zunächst große Updates nachladen müssen. Für Publisher bedeutet die physische Version am Ende eine spürbar niedrigere Gewinnmarge als beim rein digitalen Verkauf.
Sony verdient offenbar auch an Xbox-Discs mit
Ein weiterer Punkt aus dem Bericht betrifft die Produktion von Xbox-Discs: Während Sony die Spiele überwiegend in eigenen Werken fertigt, läuft die Herstellung von Xbox-Discs über Drittanbieter wie Technicolor. Dafür müssen diese die Blu-ray-Technik lizenzieren, wobei Sony zu den Lizenzgebern zählt.
Im Bericht wird dazu eine Aussage wiedergegeben, nach der Sony wegen dieser Lizenz einen kleinen Anteil an jeder Blu-ray erhält, die für Xbox verwendet wird. Wie viele Xbox-Discs überhaupt noch verkauft werden, bleibt jedoch offen.
Warum die Disc-Nachfrage bei Xbox fraglich bleibt
Bei der aktuellen Xbox-Generation wird die Abwärtsbewegung in Richtung Digital durch mehrere Faktoren gestützt: Mit der Xbox Series S existiert seit dem Start der neuen Generation ein rein digitales Modell, das zeitweise einen großen Teil der Series-Verkäufe ausmachen soll. Zusätzlich gibt es für die Xbox Series X mittlerweile eine rein digitale Edition, während der Preis des Disc-Modells zuletzt auf 799,99 Euro gestiegen ist.
Auch das Abo-Modell spielt hinein: Über den Xbox Game Pass landen Spiele häufig im Abo. In solchen Fällen kaufen Abonnenten zwar teils digitale Zusatzinhalte, aber typischerweise nicht die Vollversion des Spiels selbst als physische oder digitale Einzelkopie.
Microsofts Ausblick: Disc-zu-Digital statt Laufwerk-Fokus
Gleichzeitig deutet Microsofts Planung Richtung Zukunft auf eine Disc-zu-Digital-Strategie: Die kommende Xbox Helix soll als Hybrid aus PC und Konsole erscheinen. Der Bericht beschreibt, dass Spieler physische Games in digitale Lizenzen umwandeln können. Dieses Konzept klingt nicht nach einer langfristigen Auslegung auf ein dauerhaftes Laufwerk.
Offene Fragen für Spieler
Ob und wie stark sich Sonys Disc-Stopp ab Anfang 2028 auf konkrete Veröffentlichungen auswirkt, ist weiterhin nicht endgültig geklärt. Auch die Rolle einzelner Publisher, regionale Distributionswege und die Frage, wie stark Drittanbieter-Produktionsketten fortgeführt werden, bleiben ohne offizielle Details im Hintergrund.
Für Spieler bedeutet das vor allem: Physische Editionen neuer Spiele könnten künftig seltener verfügbar sein oder sich in der Planung deutlich früher verändern. Gleichzeitig ist unklar, welche Alternativen (z. B. digitale Lizenzen, Hybrid-Modelle oder andere Umwandlungswege) in welcher Form genau zum Einsatz kommen.
