Spielberg Learned to Love the Jaws Soundtrack in Disney+ John Williams Doc

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Steven Spielberg hatte bei der ersten Begegnung mit der Musik für „Der weiße Hai“ offenbar nicht sofort das Gefühl, einen klassischen Filmmusik-Score vor sich zu haben. In der neuen Dokumentation „Music bei John Williams“ (2024), die aktuell auf Disney+ verfügbar ist, erzählen Spielberg und der Komponist John Williams, wie aus einer anfänglichen Irritation ein Soundtrack entstand, der inzwischen zu den bekanntesten und einflussreichsten Filmkompositionen überhaupt zählt.

Im Mittelpunkt steht eine konkrete Szene: Spielberg besuchte Williams in dessen Haus und erwartete angesichts von Williams’ Ruf als Komponist etwas „enorm Komplexes“. Statt eines großen musikalischen Aufgebots saß Williams an einem Steinway-Klavier. Spielberg beschreibt, dass zunächst vor allem „immer gleiche“ tiefe Töne zu hören waren, gespielt mit wenigen Fingern. Genau diese Diskrepanz zwischen Erwartung und Gehörte brachte Spielberg zum Staunen – er habe in dem Moment gedacht, Williams mache „einen Witz“. Williams selbst fordert Spielberg in der Doku im Anschluss sogar dazu auf, seine ersten Eindrücke möglichst genau und ehrlich zu schildern, weil er so oft nach der Reaktion auf seine Musik gefragt werde.

Spielberg greift diese Rückfrage auf und formuliert seine Vermutung noch einmal klar: Er habe befürchtet, es werde „kein Orchester“ geben, sondern nur ein Klavier, an dem Williams „ein paar simple Sachen macht“. Für den Film selbst sollte sich diese Befürchtung allerdings nicht bewahrheiten – obwohl die Idee im Kern auf etwas sehr Reduziertes setzt, bekommt Spielberg später doch das „Orchester“ zu hören.

Wenn man sich den Soundtrack im fertigen Film ansieht, wird deutlich, warum die Musik so markant wirkt: In der finalen Version arbeitet der Score vor allem mit Kontrabässen und Violoncelli, die dabei unterstützen, die bedrohliche Stimmung aufzubauen. Hinzu kommen im weiteren Verlauf auch Blechbläser wie Tuba und das Cimbasso. In der Dokumentation lässt Williams zudem die gedankliche Grundlage seiner Komposition besonders bildhaft werden: Er beschreibt die Wirkung tiefer Töne in einer Situation, in der man allein an einem dunklen Ort ist, kaum etwas sehen kann und völlige Stille herrscht – bis das erste „Rrrrrrmmmm“ und „Hooooooromm“ auftauchen. Gerade weil diese Klänge in einer Atmosphäre erscheinen, in der sie nicht hingehören, vermittelt sich sofort die Wahrnehmung einer Gefahr auf dem Weg.

Auf die Frage, warum Spielberg nach dem ersten Hören nicht einfach Nein gesagt habe, erklärt Spielberg schließlich, dass Williams selbst den entscheidenden Punkt geliefert habe: Williams habe nicht aufgehört, zu sagen, man solle es sich „nochmal“ anhören. Spielberg habe deshalb begonnen, die „Brillanz“ dessen zu erkennen, was Williams geschaffen hatte. Für Spielberg ist damit auch rückblickend klar, warum „Der weiße Hai“ musikalisch so nachhaltig funktioniert: Es braucht nicht zwingend viel Aufwand, um etwas zu schreiben, das sich so schnell nicht mehr aus dem Kopf verdrängen lässt – selbst wenn der Anfang für ihn erst einmal irritierend wirkte.