GameStar Reveals GameStar Tech Editorial Rules, Independence and Test Muster Policy
GameStar hat seinen redaktionellen Rahmen und seine Arbeitsweise rund um Spielejournalismus und den Tech-Bereich „GameStar Tech“ ausführlich offengelegt. Im Mittelpunkt stehen dabei Regeln zu Unabhängigkeit, Qualitätssicherung, Transparenz im Umgang mit Quellen sowie der Umgang mit Testmustern – inklusive eines klaren Versprechens, dass der Verbleib von Geräten oder das Ergebnis von Mustergestellung keinen Einfluss auf Bewertungen haben soll.
Überblick: Ursprung, Plattformen und Plus-Zugang
| Aspekt | Angabe |
|---|---|
| Start als Print | September 1997 |
| Erscheinungsrhythmus Magazin | monatlich im Zeitschriftenhandel; auch im Abo |
| Online-Präsenz | GameStar.de sowie weitere Kanäle (u. a. YouTube und Social Media) |
| Bezahlbereich | GameStar Plus-Mitgliedschaft für bestimmte Inhalte |
Qualitätsregeln: Relevanz, Aktualität, Richtigkeit und Vier-Augen-Prinzip
Bei der Themenauswahl setzt GameStar laut eigener Darstellung auf Relevanz für PC-Spieler. Dabei wird das Interesse nicht nur über „Bauchgefühl“ ermittelt, sondern auch über Analysewerkzeuge (etwa die Häufigkeit von Aufrufen von Spiele-Produktseiten) sowie über direktes Feedback aus der Community. Zusätzlich würden Themen gesucht, von denen das Team überzeugt ist, dass darüber mehr berichtet werden müsse.
Für die Aktualität verweist GameStar auf enge Kontakte zu Herstellern, Entwicklern und Communities. Wichtig sei dabei nicht ausschließlich Geschwindigkeit, sondern auch, dass Artikel bei neuen Entwicklungen nachjustiert und vertieft werden.
Beim Punkt Richtigkeit heißt es, dass im Zweifel Verifikation vor Tempo kommt: Gerüchte und Informationen sollen grundsätzlich geprüft werden, bevorzugt mit Informationen aus erster Hand. Wo das nicht möglich sei, solle das transparent kenntlich gemacht werden. Für Inhalte auf GameStar.de nennt das Unternehmen zudem ein „Vier-Augen-Prinzip“, wonach die Inhalte wann immer möglich von einer zweiten Person gegengeprüft werden. Sollte trotz der Sorgfalt ein inhaltlicher Fehler passieren, werde er schnell und transparent korrigiert.
Transparenz bei Quellen: Werbung, Zitate und Trennung von Meinung und Nachricht
Falls externe Quellen genutzt werden, sollen diese vorab auf Glaubwürdigkeit geprüft werden; außerdem werde laut Darstellung transparent im Text darauf verwiesen. Zitate dürften nicht aus dem Zusammenhang gerissen werden, sondern müssten den Kontext erklären.
Außerdem stellt GameStar eine klare Trennung zwischen neutraler Berichterstattung und Autor-Meinung in Aussicht: Meinungen sollen ausschließlich in Fazitkästen oder in Form von Kolumnen erscheinen. Ziel sei, Leserinnen und Leser anhand recherchierter Fakten selbst urteilen zu lassen.
Unabhängigkeit trotz Branchenzugang: Regeln zu Embargos, Wertungen und Interessenkonflikten
Als Fachmagazin erhält GameStar laut eigener Darstellung häufig direkte Informationen aus der Games-Branche, etwa über Pressemeldungen, Presse-Events und teils früheren oder exklusiven Zugang zu Spielen. Gelegenheiten würden nicht zum Selbstzweck genutzt, sondern um für die Leser relevantere Themen besser recherchieren zu können. Gleichzeitig wird betont, dass die Inhalte der Berichte keinen Einfluss durch solche Zugänge erhalten sollen.
Für Wertungen gilt demnach: Entscheidungen zu Punktwertungen sollen ausschließlich auf redaktionellen Kriterien basieren und erst nach Ablauf eines Embargos an den jeweiligen Hersteller kommuniziert werden. Eine Ausnahme betrifft exklusive Vorabtests, wenn ein Spiel noch nicht in einem bewertbaren Zustand sei; in solchen Fällen werde auf ein abschließendes Urteil verzichtet.
Interessenkonflikte sollen ebenfalls ausgeschlossen werden: Redakteure verpflichten sich, keine Konflikte mit den Themen oder Unternehmen zu haben, über die sie berichten – inklusive aktueller oder früherer Beschäftigungen sowie finanzieller Investments wie Aktienbesitz. Auch auf privaten Kanälen soll die Außenwirkung und Verantwortung als GameStar-Mitarbeiter berücksichtigt werden.
Beim Umgang mit Geschenken nennt GameStar eine Grenze: keine persönlichen Geschenke über einem Warenwert von 50 Euro, einschließlich Essenseinladungen. Ausnahmen seien Pressemuster von Spielen und Networking-Events, da sie für die Informationsbeschaffung nötig seien. Wenn dennoch über dem Betrag liegende Geschenke angenommen würden, sollen diese an die User verlost werden.
Bei Pressereisen sollen Kostenübernahmen durch Hersteller (Flug und Hotel) in Artikeln und Videos transparent offengelegt werden. Informationen und Spielversionen mit Embargos dürften erst zu den festgelegten Terminen veröffentlicht werden; inhaltliche Klauseln etwa gegen Spoiler würden nur akzeptiert, wenn sie die Qualität der Berichterstattung nicht beeinträchtigen.
Test-Philosophie: Zahlenwertungen bleiben, Langzeitergebnisse im echten Alltag
GameStar sagt, dass es auch künftig Spiele mit einer Zahl zwischen 0 und 100 beurteilen will. Begründet wird das mit dem Wunsch der Community nach Transparenz und Diskussion sowie mit dem Service-Charakter von Wertungen.
Die Test-Philosophie wird als „für die Leser“ beschrieben: GameStar wolle weder vorverurteilen noch ohne Grund hochjubeln. Da nicht jedes Spiel getestet werden könne, werde eine Vorauswahl getroffen – aus Gründen der Relevanz.
Im Hardware- und Tech-Bereich („GameStar Tech“) gelten zusätzliche Prinzipien. Laut Darstellung werden Produkte nicht unter Laborbedingungen getestet, sondern im Alltag der Redakteure: im Haushalt, im Homeoffice oder in der Freizeit. Damit soll beurteilt werden, wie sich Geräte unter realen Bedingungen schlagen (z. B. bei Wetter- oder Nutzungsszenarien).
Testmuster und „Dauerleihgaben“: Keine pauschalen Regeln
Hersteller würden Testgeräte zur Verfügung stellen, aber die Rückgabe sei nicht pauschal geregelt. Häufig würden Geräte nach der Testphase zurückgefordert und von der Redaktion zurückgeschickt – das könne je nach Produkt auch sehr unterschiedliche Kategorien betreffen. In anderen Fällen würden Hersteller auf eine Rücksendung verzichten, etwa aus Nachhaltigkeits- oder Kostengründen oder aus hygienischen Gründen, beispielsweise bei In-Ear-Kopfhörern. Zusätzlich könne es Vorabmuster oder Prototypen geben, die nicht für den regulären Handel vorgesehen sind und deshalb nicht zurückgegeben werden könnten.
Da es keine „immer so“-Regel wie „Fernseher immer zurück, E-Bikes nie“ gebe, hänge die konkrete Konstellation vom jeweiligen Hersteller und Produkt ab.
Warum das für Leser relevant sein soll
Dass manche Geräte länger in der Redaktion verbleiben, wird mit mehreren Vorteilen begründet: Dadurch seien echte Langzeittests und Produktvergleiche möglich. Außerdem könnten innerhalb der Redaktion Geräte gezielt weitergegeben werden, um unterschiedliche Erstkontakt-Perspektiven einzubauen – insbesondere dann, wenn Redakteure Geräteklassen noch nicht kannten.
Entscheidend ist dabei ein „eisernes Versprechen“: Kein Geschenk oder Muster soll laut Darstellung die Meinung beeinflussen. Ob ein Gerät zurückgeschickt werden müsse oder im Haushalt bzw. Homeoffice bleibe, habe „null Einfluss“ auf das Urteil. Wenn ein Produkt im Alltag versagt, werde das demnach ebenso konsequent geschrieben – unabhängig vom Preis oder vom Verbleib des Musters. Bewertet werde strikt nach Preis-Leistungs-Verhältnis für die Leser.
GameStar Plus: Werbefrei durch Mitgliedsbeiträge, Fokus auf Hintergrund und exklusive Formate
Für Bezahlinhalte nennt GameStar einen konkreten Zweck: GameStar Plus ermögliche eine journalistische Arbeit, die in einem schnelllebigen Umfeld sonst schwieriger wäre. Laut Darstellung finanzieren Mitgliedsbeiträge Plus nicht über Werbung; das gesamte Plus-Angebot sei werbefrei. Statt Reichweite über Plus-Inhalte zu maximieren, investiere man Zeit in Hintergrundartikel, detaillierte Previews und weitere Vorteile wie Gewinnspiele, Einblicke hinter die Redaktionskulissen sowie Live-Fragestunden.
