Microsoft stops sharing digital sales data with Circana, reshaping game charts
Microsoft will künftig keine digitalen Verkaufsdaten mehr mit der US-Marktforschungsfirma Circana teilen. Damit verändern sich die Grundlagen für die Ranglisten der meistverkauften Videospiele, weil die betroffenen Titel aus dem Xbox-, Activision- und Bethesda-Umfeld künftig nur noch über Hochrechnungen in die Charts eingehen.
Quick facts
- Circana berichtet, dass Microsoft seine digitalen Daten für das „Digital Panel“ nicht mehr bereitstellt.
- Betroffen sind Spiele aus dem Xbox-, Activision- und Bethesda-Portfolio.
- Die erste spürbare Umsetzung erfolgt im aktuellen Circana-Report für den Monat Juli.
- In der US-Rangliste für Juli 2026 wird bei neun von zehn Einträgen ein Hinweis auf Schätz-/Prognosewerte geführt.
- Darin sind drei Microsoft-Spiele enthalten.
- Auch der europäische Tracker GSD erhält laut Bericht von Microsoft keine Informationen mehr.
Der Schritt folgt auf eine ähnliche Entwicklung bei anderen Publishern: Microsoft schließt damit an eine Gruppe an, die digitale Verkaufszahlen seit längerem nicht mehr an Analysten weitergibt. In der Vergangenheit wurde das bereits bei Unternehmen wie Nintendo und Take-Two so gehandhabt.
Für die entstehenden Lücken hat Circana begonnen, die digitalen Absätze nicht teilnehmender Publisher über geschätzte oder prognostizierte Werte zu ergänzen. In der US-Übersicht für Juli 2026 wird bei den meisten Einträgen entsprechend darauf hingewiesen, dass es sich nicht um direkt gemeldete Daten handelt. Für Leser bedeutet das: Die Genauigkeit kann sich gegenüber früheren Ausgaben verschieben.
Warum die Zahlen zusätzlich verwässert werden können
Der Bericht stellt außerdem einen möglichen Zusammenhang mit dem Xbox Game Pass her. Ein Abo kann den Verkaufsverlauf beeinflussen, weil Spiele, die im Abonnement verfügbar sind, weniger häufig „im Warenkorb“ landen. Wenn diese Effekte nicht direkt in den digitalen Meldungen abgebildet werden, können die resultierenden Statistiken stärker verzerrt sein.
Das betrifft nicht nur den amerikanischen Datensatz. Microsoft liefert dem Bericht zufolge auch an den europäischen Tracker GSD keine Informationen mehr, der ähnlich arbeitet wie Circana. Ob weitere Plattform- oder Publisher-Daten nachziehen, bleibt offen.
Sollte in Zukunft auch etwa PlayStation digitale Daten zurückhalten, würde das die veröffentlichten Verkaufscharts noch stärker auf Schätzwerte stützen. Gleichzeitig wäre ein belastbarer Vergleich zwischen digitalen und physischen Verkäufen schwieriger, weil sich beide Seiten dann auf unterschiedlichen Datenbasen bewegen.
Wie Circana die Ranglisten ermittelt
Circana (früher bekannt als NPD Group) erstellt in den USA seit Jahrzehnten monatliche Auswertungen zu Hardware und Software. Die Ranglisten beruhen dabei auf mehreren Bausteinen: Einige Publisher übermitteln ihre digitalen Verkaufszahlen direkt, darunter werden in dem Bericht auch Beispiele wie Sony sowie Bandai Namco genannt.
Für andere Unternehmen werden die digitalen Absätze von den Analysten hochgerechnet. Ergänzend fließen Informationen aus dem Einzelhandel in die Berechnungen ein. Aus der Kombination der gemeldeten Daten, der Modellierung und der Händlerwerte entstehen dann die Übersichten zu den meistverkauften Spielen.
