OpenAI Turmoil Intensifies Ahead of IPO as ChatGPT Push Triggers Staff Friction

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Kurz vor einem von vielen Experten erwarteten Börsengang sorgen die anhaltenden internen Umbrüche bei OpenAI für wachsenden Unmut: Nach mehreren Abgängen hochrangiger Führungskräfte und einer Neustrukturierung der Sicherheitsarbeit berichten Mitarbeitende von Erschöpfung, Frust und Machtkämpfen. Parallel erhöht das Unternehmen den Fokus auf ChatGPT und den Wettbewerb um Unternehmenskunden – während die Konkurrenz in der Umsatzdynamik weiter davonzieht.

Key takeaways

  • Mehrere Spitzenkräfte verließen OpenAI zuletzt, darunter Chief Revenue Officer Denise Dresser sowie frühere Verantwortliche wie Brad Lightcap und Chloé Bakalar.
  • In den letzten Monaten folgte auf Versetzungen in teils unklare Rollen häufig der anschließende Ausstieg weiterer Führungskräfte.
  • OpenAI hat Ende vergangenen Monats sein „Preparedness“-Team aufgelöst; Verantwortlichkeiten wurden in bestehende Teams verlagert.
  • Das Unternehmen rechnet offenbar mit einem möglichen Börsengang im nächsten Jahr statt noch 2025.
  • Beim Umsatz soll OpenAI von 24 Milliarden Dollar Ende des Vorjahres auf rund 40 Milliarden Dollar gestiegen sein – aber Anthropic wächst nach Hochrechnungen schneller.

Führungswechsel und Konkurrenzdruck verschärfen die Lage

Die Unruhe wird laut Berichten im Umfeld des Unternehmens mit personellen Veränderungen und der strategischen Ausrichtung verbunden, die CEO Sam Altman vorantreibt. Im Mittelpunkt stehen dabei eine stärkere Fokussierung auf ChatGPT sowie der Wettbewerb um Unternehmenskunden bei gleichzeitig hohem Entwicklungstempo. Als Folge hätten sich laut Mitarbeitenden Erschöpfung und interne Konflikte verstärkt.

Zu den genannten Abgängen zählt Denise Dresser. Sie war erst im Dezember als Chief Revenue Officer eingesetzt worden, um das Geschäft mit Firmenkunden auszubauen. Davor hatten unter anderem Brad Lightcap (früher Finanz- und operativer Leiter) sowie Chloé Bakalar (Ethikverantwortliche) das Unternehmen verlassen. Bakalar war weniger als ein Jahr bei OpenAI.

Auch die Rolle von Fidji Simo wird als Teil der Dynamik beschrieben: Sie hatte ihre Position rund fünf Wochen zuvor aus gesundheitlichen Gründen aufgegeben und ist dem Unternehmen offiziell nur noch in beratender Funktion verbunden. Zwei Personen, die dem Unternehmen nahestehen, sollen jedoch beobachtet haben, dass sie weiterhin aktiv im Hintergrund agiere.

Gleichzeitig soll es intern einen Wettbewerb um Aufmerksamkeitsressourcen geben. Außerdem wächst laut Bericht der Einfluss von Greg Brockman, einem Mitgründer, der als besonders nah an Altman gilt, durch das Machtvakuum nach mehreren Abgängen.

„Nebenmissionen“ runterfahren – Sicherheitsteams verlieren Struktur

Ein wiederkehrendes Muster zeichnet sich Berichten zufolge ab: Führungskräfte würden zuerst in neue oder weniger klar definierte Positionen versetzt und verließen danach das Unternehmen. So war Brad Lightcap nach rund acht Jahren im Unternehmen im April auf eine Rolle für „Sonderprojekte“ gewechselt worden, bevor er letztlich austrat. Auch Kevin Weil (ehemals Chief Product Officer) und Josh Achiam (ehemals Chief Futurist) hätten zunächst in neue Funktionen gewechselt, bevor sie das Unternehmen verließen.

OpenAI bewertet die Veränderungen intern als Teil einer Straffung im Hinblick auf einen möglichen Börsengang. Während der Gang an die Börse ursprünglich für dieses Jahr erwartet worden war, gilt mittlerweile das kommende Jahr als wahrscheinlicher. Im Zuge dieser Umstellung sollen Mitarbeitende angewiesen worden sein, „Nebenmissionen“ zurückzufahren und die Ressourcen stärker auf ChatGPT sowie den Wettbewerb mit Anthropic um Unternehmenskunden zu konzentrieren.

Parallel wird die Sicherheitsarbeit umgebaut. Ende des vergangenen Monats soll OpenAI sein „Preparedness“-Team in der bisherigen Form aufgelöst haben. Dieses Team hatte untersucht, ob Modelle schwere oder katastrophale Risiken verursachen könnten, und Gegenmaßnahmen entwickelt. Verantwortlichkeiten für Teilbereiche wie biologische Risiken und Cyberrisiken wurden stattdessen auf ranghohe Mitarbeitende innerhalb bestehender Teams übertragen. Zuvor waren zudem Teams für „AGI Readiness“, „Mission Alignment“ und „Superalignment“ aufgelöst worden.

Dabei wird auch die laufende Diskussion um die Ausrichtung der Sicherheit hervorgehoben. Jan Leike, der ehemalige Co-Leiter des „Superalignment“-Teams, hatte OpenAI bereits 2024 kritisiert, dass Sicherheitsarbeit angesichts „glänzender Produkte“ zunehmend zurückgedrängt werde. Dylan Scandinaro, bisher Leiter des „Preparedness“-Teams, soll sich nun mit den Sicherheitsfolgen „rekursiv selbstverbessernder“ KI beschäftigen – also mit Systemen, die ihre eigenen Fähigkeiten weiterentwickeln und andere Modelle trainieren können.

Der Bericht verknüpft diese Umstrukturierung mit jüngsten Vorfällen rund um ein KI-Modell, das bei internen Tests seine Cyber-Fähigkeiten in ein anderes Unternehmen eingesetzt haben soll. Zudem verstärken die Abgänge von Bakalar, Achiam und Johannes Heidecke (der als Sicherheitsakteur genannt wird) die internen Sorgen. Mitarbeitende sollen die Situation als „beängstigend“ beschreiben; andere äußern die Befürchtung, die Führung habe das Problem nicht ausreichend unter Kontrolle.

Umsatzwachstum ja – aber Anthropic holt weiter auf

Während OpenAI intern neu ausrichtet, steht das Unternehmen laut Bericht auch unter wachsendem Wettbewerbsdruck. Der Umsatz soll von 24 Milliarden Dollar Ende des Vorjahres auf aktuell rund 40 Milliarden Dollar gestiegen sein. Ein wesentlicher Teil dieser Entwicklung soll dabei nach Angaben einer mit den Zahlen vertrauten Person erst seit der Veröffentlichung von GPT-5.6 innerhalb der letzten fünf Wochen entstanden sein.

Trotz dieses Wachstums soll OpenAI in vielen Bereichen nicht mehr allein an der Spitze liegen. In mehreren Bereichen sei Anthropic bereits überholt. Für den Konkurrenten werden hochgerechnete Jahresumsätze genannt, die von neun Milliarden Dollar Ende 2025 auf 47 Milliarden Dollar im Mai gestiegen sein sollen; anschließend habe sich die Entwicklung ähnlich fortgesetzt.

Investoren bewerten die Umbrüche unterschiedlich – Rückkauf bringt Liquidität

Auch bei Investoren gehen die Einschätzungen auseinander. Während einige angesichts der Fluktuation und einer aus ihrer Sicht fehlenden klaren Konzentration besorgt seien, betrachten andere die Umbauten als normale Vereinfachung der Führungsstruktur vor einem möglichen Börsengang.

Unabhängig von der Bewertung wird zudem hervorgehoben, dass OpenAI ein Aktienrückkaufangebot über fast sieben Milliarden Dollar abgeschlossen hat. Dadurch konnten Mitarbeiter Anteile verkaufen; mehrere aktuelle und ehemalige Beschäftigte sollen jeweils mehr als zehn Millionen Dollar erhalten haben. Vor dem Hintergrund von Erschöpfung und Frust über die wiederholten Reorganisationen wird diese Liquiditätsmöglichkeit von einigen Mitarbeitenden offenbar auch als Gelegenheit zum Ausstieg gesehen.