PlayStation 5 Boost Tops 10.28 TFLOPS, Xbox Series X Hits 12.2 Locked
Sony hat die technischen Leistungsdaten der PlayStation 5 offiziell eingeordnet: Die Konsole erreicht demnach nur im Boost-Modus maximal 10,28 Teraflops. Dieser Spitzenwert wird zwar durch Hochdrehen der Taktrate erreicht, kann aber nicht dauerhaft gehalten werden. Im Vergleich dazu steht die Xbox Series X mit 12,2 Teraflops klar im Vorteil, da ihre Leistungswerte fest (locked) sind und ohne Boost-Reduzierung auch unter Last verfügbar bleiben.
PlayStation 5: 10,28 Teraflops nur als Boost-Spitze
- Maximalleistung: 10,28 Teraflops
- Gilt nur im Boost-Modus und ist als Maximalwert gedacht
- Dauerbetrieb mit voller Leistung ist nicht möglich
Für den Boost-Betrieb nennt Sony einen Takt bis an die Grenze: Die PS5 läuft dabei mit variabler Frequenz nahe 2,23 GHz am absoluten Limit. Diese variable Taktrate kann auf bis zu 3,5 GHz hochgehen – gekoppelt mit 36 Compute Units (CUs) – wird aber bei zu hoher Belastung oder wenn die volle Rechenleistung nicht benötigt wird wieder heruntergestuft. Sony hat bislang nicht konkret erklärt, wie die Kühlung diese Übertakt- bzw. Boost-Last in der Praxis abführen soll; dazu soll es später weitere Informationen geben.
Xbox Series X: 12,2 Teraflops sind fest verfügbar
- Rechenleistung: 12,2 Teraflops
- Keine Boost-Abstufung: Werte bleiben fest (locked)
- Leistung steht unabhängig von Belastung und Wärmeentwicklung bereit
Microsoft betont, dass die Xbox Series X nicht auf einen Boost-Modus angewiesen ist, der bei Belastung wieder zurückregelt. Stattdessen setzt das Unternehmen beim Kühlsystem auf ein Tower-Design mit geteiltem Mainboard sowie Vapor-Chamber-Kühlung und einem zusätzlichen Lüfter, um die konstante Leistung abzusichern.
Compute Units und Takt: 36 CUs vs. 56 CUs
- PlayStation 5: 36 Compute Units, aber variabler Takt (unter Maximallast bis nahe 2,23 GHz)
- Xbox Series X: 56 Compute Units, davon vier deaktiviert, mit fester Taktrate von 1,825 GHz
Speicher: 16 GB GDDR6, aber unterschiedliche Bandbreite
- Beide Konsolen: 16 GB GDDR6
- Xbox Series X: 560 GB/s bei 320-bit
- PlayStation 5: 448 GB/s bei 256-bit
Bei der nutzbaren Speichermenge gibt es ebenfalls Unterschiede. Auf der PlayStation 5 können Entwickler exakt 12 GB verwenden, weil 4 GB für das Betriebssystem reserviert sind. Microsoft reserviert 2,7 GB für das Dashboard und stellt 13,3 GB für Entwickler bereit.
IO-Throughput und Ladezeiten: PS5 mit klarer Führung
- PlayStation 5: 8 bis 9 GB/s für komprimierte Dateien
- Xbox Series X: 4,8 GB/s
Das wirkt sich direkt auf das Kopieren von Spieldaten und die Ladezeiten aus: Spiele lassen sich auf der PS5 demnach schneller übertragen, was auf „pfeilschnelle“ Ladezeiten hinweist. Auf der Xbox Series X löst Microsoft das Thema Ladezeiten über die „Velocity Architektur“: Bis zu 100 GB an Spieldaten können auf der internen sowie auf einer externen Slot-Festplatte ausgelagert werden.
Quick Resume: Xbox zielt auf weniger CPU-Last
Quick Resume wird als Grund genannt, warum Ladezeiten in Spielen weitgehend der Vergangenheit angehören sollen. Zusätzlich soll die Velocity Architektur dafür sorgen, dass die CPU im Hintergrund nur noch zu einem Zehntel mit Daten belastet wird.
Interner SSD-Speicher: PS5 mit 825 GB, Xbox mit 1 TB
- PlayStation 5: 825 GB interner SSD-Speicher (frei verfügbar)
- Xbox Series X: 1 TB
Abwärtskompatibilität: PS5 startet mit 100 Top-PS4-Titeln
Die PlayStation 5 soll nur teilweise abwärtskompatibel zur PlayStation 4 sein. Zum Launch sollen immerhin die „100 besten“ PS4-Spiele auf der PS5 spielbar sein. Was mit dem Rest der Bibliothek passiert, wurde nicht weiter konkretisiert.
PS4-Titel profitieren nicht von PS5-Leistung – Xbox bietet mehr
- PlayStation 5: PS4-Spiele profitieren nicht von der zusätzlichen Leistung der PS5 (abgesehen von schnelleren Ladezeiten durch die interne SSD)
- Xbox Series X: Spiele aus vier Generationen werden zusammengeführt und verbessert (Auflösung, Bildrate, Ladezeiten)
- Xbox Series X: HDR kann sogar nachträglich kostenlos implementiert werden
Speicher für PS5-Spiele: intern oder zertifizierte externe SSD
Wer PS5-Spiele spielt, muss sie entweder auf der internen Festplatte speichern oder eine von Sony zertifizierte externe Festplatte verwenden. Welche konkreten Laufwerke für die PS5 freigegeben sind, wurde noch nicht bekanntgegeben.
Audio: PS5 setzt auf 3D Audio, kein Dolby Atmos
Bei der Audioausgabe setzt die PlayStation 5 ausschließlich auf 3D Audio und liefert kein Dolby Atmos aus.
Technik-Vergleich: Xbox Series X vs. PlayStation 5
| Bereich | Xbox Series X | PlayStation 5 |
|---|---|---|
| Rechenleistung | 12,2 Teraflops (fest/locked) | 10,28 Teraflops (nur Boost-Maximum) |
| Compute Units | 56 CUs (4 deaktiviert), fester Takt 1,825 GHz | 36 CUs, variabler Takt bis nahe 2,23 GHz unter Maximallast |
| GPU- bzw. Boost-Verhalten | Keine Boost-Abstufung; volle Leistung jederzeit verfügbar | Maximalwert nur im Boost-Modus; Abschaltung bei Belastung/Bedarf |
| GDDR6 RAM | 16 GB GDDR6 | 16 GB GDDR6 |
| Speicherbandbreite | 560 GB/s (320-bit) | 448 GB/s (256-bit) |
| Nutzbarer RAM für Entwickler | 13,3 GB (2,7 GB Dashboard reserviert) | 12 GB (4 GB OS reserviert) |
| IO-Throughput (komprimierte Dateien) | 4,8 GB/s | 8 bis 9 GB/s |
| Interner SSD-Speicher | 1 TB | 825 GB frei verfügbar |
| Abwärtskompatibilität | Spiele aus vier Generationen; Verbesserungen inklusive HDR nachträglich kostenlos | Nur teilweise PS4-Kompatibilität; Launch-Ziel: 100 Top-PS4-Spiele |
| Audio | — | 3D Audio, kein Dolby Atmos |
Es bleibt damit eine zentrale technische Frage offen: Wenn die PS5 ihre Rechenleistung nur als Boost-Spitze liefert, wird die Kühlung entscheidend dafür sein, wie zuverlässig dieser Maximalzustand in realen Szenarien anliegt.
