Tencent Reportedly Cancels Lightspeed LA’s Open-World Game Last Sentinel

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„Last Sentinel“, das ambitionierte Open-World-Projekt aus dem Hause Lightspeed LA, steht Berichten zufolge vor dem Aus: Nach sechs Jahren Entwicklung und angeblich hunderten Millionen Dollar Budget soll Tencent das Spiel in der bisherigen Form beendet und rund 80 Mitarbeiter entlassen haben.

Release-Status: Trailer-Showcase, aber kein Startdatum

Meilenstein Datum/Zeitrahmen Status
Erstankündigung (Trailer) Game Awards 2023 Öffentlich vorgestellt
Entscheidender interner Prüfzeitpunkt Ende Juli (Jahr nicht genannt) Qualität nicht erreicht
Projektstopp und Entlassungen 28. Juli In bisheriger Form eingestellt; ca. 80 Jobs betroffen
Ultimatum für verbesserte Version Bis Juli 2026 Reicht offenbar nicht aus

Das Projekt war bereits im Rahmen der Game Awards 2023 mit einem ersten Trailer präsentiert worden und sorgte damals vor allem wegen seines düsteren Cyberpunk-Settings in futuristischem Japan und der inszenierten Grafik für Aufmerksamkeit. Im Kern stand ein Open-World-Ansatz, der als direkter Herausforderer für Rockstars „GTA“-Reihe positioniert werden sollte.

Hinter der Entwicklung stand Tencent als Geldgeber. Der berichtete Anspruch: mit „Last Sentinel“ eine direkte Konkurrenz auf den Markt zu bringen. Stattdessen deutet der aktuelle Bericht auf gravierende Probleme im Entwicklungsprozess hin, die letztlich auch den Zeitplan und die Qualitätserwartungen unter Druck gesetzt haben.

Lightspeed LA: Hohe Gehälter, aber Widerstände im Alltag

Als Hauptursache werden die Schwierigkeiten bei der Entwicklung bei Lightspeed LA in Irvine (Kalifornien) beschrieben. Laut Bericht habe das Team um den Rockstar-Veteranen Steve Martin bereits 2019 mit sechsstellig dotierten Gehältern versucht, Top-Entwickler von bekannten Studios wie Naughty Dog, Blizzard und Rockstar abzuwerben. Trotzdem sollen kreative und organisatorische Defizite nicht ausgeglichen worden sein.

Genannt werden unter anderem eine fehlende kreative Vision, langsame Entscheidungswege und ein polarisierender Führungsstil. Zusätzlich wird die Größenordnung als Problem dargestellt: Während große Branchennamen ihre Flaggschiff-Titel mit tausenden Mitarbeitenden stemmen, sollte Lightspeed LA das ehrgeizige Open-World-Vorhaben mit nur wenigen Hundert Beschäftigten realisieren.

Playtest-Entscheidung, späterer Umbau – dann das Stopp-Signal

Die Entwicklung mündete dem Bericht zufolge in einen vernichtenden internen Playtest Anfang dieses Jahres. Tester hätten dabei laut Darstellung festgestellt, dass „Last Sentinel“ nicht unterhaltsam gewesen sei und sich zudem „hölzern“ angefühlt habe.

Daraufhin soll Tencent reagiert und ein Ultimatum gestellt haben: Bis Juli 2026 musste eine deutlich verbesserte Version vorgelegt werden. In den folgenden Monaten wurde auch Todd Papy als Creative Director zu einem späteren Zeitpunkt hinzugezogen. Aus der Berichterstattung geht hervor, dass er unter anderem das Kampfsystem sowie Missionen überarbeiten sollte.

Bei der entscheidenden Überprüfung gegen Ende Juli habe das Spiel jedoch weder beim grafischen Niveau noch bei der spielerischen Qualität die Erwartungen erfüllt, die man von einem echten „GTA“-Rivalen erwarten würde.

Die Konsequenz fiel laut Bericht am 28. Juli: Tencent habe die Mitarbeitenden darüber informiert, dass das Projekt in seiner bisherigen Form beendet wird. Im Zuge dessen wurden rund 80 Entwickler bei Lightspeed LA entlassen.

Tencent äußerte sich dem Bericht zufolge zwar zurückhaltend und kündigte an, die „kreative und entwicklungsbezogene Ausrichtung von Last Sentinel“ anpassen zu wollen, das Studio bleibe geöffnet. In Branchenkreisen gilt das Projekt in seiner ursprünglichen Ausrichtung jedoch als faktisch gestoppt. Ob „Last Sentinel“ jemals unter neuer Führung wieder in eine echte Release-Phase kommt, bleibt damit offen.